„Leistet der Versicherer im Schadensfall nicht, kann der Versicherte schnell in erhebliche Bedrängnis geraten. Um dies zu verhindern, unterstützen wir Versicherte daher mit besonderem persönlichen Engagement.“

 

Rechtsanwalt & Fachanwalt Jöhnke

Rechtsanwalt & Fachanwalt Gramlich

Kontakt zu den Fachanwälten von Jöhnke & Reichow

Hausratsversicherung

Sind beispielsweise infolge eines Leitungswasserschadens die Möbel des Versicherungsnehmers, nach einem Brand die Einbauküche oder nach einem Unwetter der teure Teppich des Versicherten nicht mehr brauchbar, oder ist gar nach einem Einbruch der Fernseher weg, greift in der Regel die Hausratsversicherung ein. Im Nachfolgenden möchte die Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte unter anderem darstellen, wann die Hausratsversicherung leistet und wann nicht, was versichert ist und was nicht. Wichtig ist dabei insbesondere, wann eine anwaltliche Expertise sinnvoll ist.

Wann besteht Versicherungsschutz in der Hausratversicherung? 

Mit einer Hausratversicherung werden alle der privaten Nutzung dienenden Sachen in einem Haushalt versichert. Hiervon umfasst sind ebenfalls Wertsachen, wie Bargeld oder Schmuck. Von der Hausratversicherung abzugrenzen ist die Wohngebäudeversicherung, welche das Gebäude an sich versichert. Es wird vereinfacht gesagt durch eine Hausratversicherung, die Gesamtheit aller Gegenstände innerhalb eines Gebäudes versichert. Der Versicherungsinhalt kann oft durch Zusatzleistungen, wie z.B. die Versicherung von Fahrraddiebstahl oder eine Reisegepäckversicherung, erweitert werden.

Die Hausratversicherung gilt in der Regel als Schadensversicherung, wonach nur der tatsächlich entstandene Schaden ersetzt wird und nicht eine im Vorhinein festgelegte Versicherungssumme ausgezahlt wird.

Versicherte Gefahren

Bei der Hausratversicherung wird die versicherte Gefahr auf den Versicherungsort begrenzt. Das bedeutet grundsätzlich, dass die Sachschäden dann versichert sind, wenn die Beschädigung des Hausrats innerhalb der Wohnung eintritt. Dies wird allerdings häufig durch eine mitvereinbarte Außenversicherung auch auf den Hausrat außerhalb des Versicherungsortes erweitert. Dies steht allerdings regelmäßig unter der Bedingung, dass sich die Sachen nur vorübergehend dort befinden.

Die Schäden an der Sache müssen durch eine ausdrücklich im Versicherungsvertrag aufgeführte Gefahr verursacht worden sein (anders bei der Vereinbarung einer Allgefahrenversicherung). Für gewöhnlich sind alle naheliegenden Schadensursachen versichert, so gelten gem. A 1 VHGB 2016: Brand, Blitzschlag, Leitungswasser, Sturm, Hagel und der Einbruchdiebstahl als versichert. Die versicherten Gefahren sind damit oftmals weitestgehend deckungsgleich mit denen einer Wohngebäudeversicherung.

 

Brand, Blitzschlag & Überspannung

Als Brand wird ein Feuer verstanden, das ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist, oder diesen verlassen hat. Zudem muss es sich aus eigener Kraft ausbreiten können. Für den Schutzbereich der Hausratversicherung ist hierbei die Beschränkung auf den Versicherungsort zu beachten. Bei der Hausratversicherung geht es beim Brandschutz darum, im Schadensfall den Inhalt eines Gebäudes zu ersetzen. So gilt beim Abbrennen eines Gartenpavillions, dass dieser kein versicherter Raum im Sinne eines Nebengebäudes ist, da dieser nicht verschließbar ist (OLG Bamberg, Urt. v. 22.10.2020 – Az.: 1 U 427/19).

Blitzschläge gelten dann versichert, wenn der Blitz selbst unmittelbar auf eine Sache übergeht. Darüber hinaus kann hieraus ein Folgeschaden entstehen, so dass durch eine durch den Blitz verursachte Überspannung elektrische Geräte beschädigt werden. Überspannungsschäden als solche werden mitunter vertraglichen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, sollen aber dann als versichert gelten, wenn sie durch einen Blitzschlag verursacht wurden (Wiedereinschluss).

Für Überspannungsschäden durch einen Blitzschlag gilt, dass nicht jede Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit durch unterbrochene Stromzufuhr als ein Überspannungsschaden anzusehen ist. So gelten Schäden durch eine ausgefallene Kühlung an zu kühlenden Sachen nicht mehr als Überspannungsschaden, da dies zu weit greifen würde und die Überspannungsversicherung zur Stromausfallversicherung umgestalten würde (BGH, Beschluss v. 20.04.2010 – IV ZR 520/09).

Einbruchsdiebstahl, Vandalismus & Raub

Eine versicherte Gefahr, die dem Hausrat sowohl innerhalb als auch außerhalb des Versicherungsortes droht sind strafrechtliche Wegnahme-Delikte, wie der Einbruchsdiebstahl und Raub. Der Einbruchdiebstahl gilt gem. Ziff. A. 4.1.1 VHB 2016 dann als versichert, wenn der Dieb unberechtigt in ein Gebäude eindringt, z.B. auch durch Verwendung eines falschen Schlüssels. Fand ein versicherter Einbruch statt, so gelten regelmäßig auch vom Täter verursachte Vandalismusschäden als versichert. Vandalismusschäden sind solche Schäden, die aus reiner Zerstörungswut entstehen.

Ein Raub im juristischen Sinne findet dann statt, wenn ein Täter eine Sache mit Gewalt oder Drohung wegnimmt. Es muss dabei ein Widerstand des Opfers überwunden werden. Deshalb besteht bei einem Trickdiebstahl kein Versicherungsschutz. Der Täter überwindet nämlich keinen Widerstand, wenn dem Opfer der Entwendungsvorgang gar nicht bewusst ist (vgl. Hausratversicherung: Kein versicherter Raub bei Entwendung einer Uhr vom Handgelenk (KG Berlin)).

Leitungswasser

Als Leitungswasserschäden werden solche Schäden bezeichnet, bei denen Wasser bestimmungswidrig aus Rohren der Wasserversorgung (Zu- und Ableitungen) oder damit verbundenen Schläuchen austritt. Es wird zwischen dem Rohrschaden (als Sachschaden) und dem Nässeschaden (der Schäden an Sachen bewirkt) unterschieden. Hierbei gilt wie in der Wohngebäudeversicherung die Faustformel, dass Wasser nur dann aus Leitungswasser-Rohren ausgetreten sein kann, wenn es erst in diese eingetreten ist.

Sturm & Hagel

Im Sturm & Hagelfall gelten unmittelbar durch dieses Naturereignis verursachte Schäden regelmäßig als versichert. Ein Sturm ist eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 nach der Beaufortskala (Windgeschwindigkeit mindestens 62 km pro Stunde). Hagel ist ein fester Witterungsniederschlag in Form von Eiskörnern. Für diese Naturgefahren gilt strikt das Unmittelbarkeitserfordernis. So wird der Versicherungsschutz dann verneint, wenn Hagelmassen die Außentür eines Anwesens eindrücken und deshalb Schmelzwasser bildet, das den Hausrat beschädigt (OLG Saarbrücken, Beschluss v. 04.06.2013 – Az.: 5 W 43/13).

Elementarversicherung

Neben den „gewöhnlichen“ Naturgefahren können oftmals als Zusatz auch die erweiterten Elementargefahren in der Hausratversicherung mitversichert werden. Als solche Elementargefahren sind Erdbeben, Erdsenkungen, Lawinen, Rückstau und Überschwemmungen anzuführen. Die Überschwemmung ist dabei der wohl greifbarste Fall, da diese mitunter durch heftige Regenfälle ausgelöst werden kann. Hierbei gilt, dass die versicherten Objekte regelmäßig dann zu ersetzen sind, wenn eine Überflutung des Grund und Bodens des Grundstücks eintritt. Nach dem maßgeblichen Verständnis eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers bedeutet dies, dass eine Überflutung dann anzunehmen ist, wenn es zur Ansammlung von erhebliche Wassermengen auf der Geländeoberfläche kommt. Somit liegt eine Überflutung vor, wenn Niederschläge nicht vollständig im Erdboden versickern oder über natürlich Wege abfließen können (KG Berlin, Urteil v. 30.09.2016 – Az.: 6 U 80/14).

Unsere Motivation

Bei der Hausratversicherung geht es für viele Versicherungsnehmer um nicht weniger als die Absicherung ihres Zuhauses.  Hierfür setzen wir uns mit vollen Engagement ein!

 

Zur Kontaktanfrage

Versicherter Hausrat

Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf die Zerstörung oder Verschlechterung des Hausrates. Grundsätzlich zählen hierzu alle Sachen, die dem Haushalt des Versicherungsnehmers zur privaten Nutzung dienen.

Dazu gehören auch Wertsachen und Bargeld. Für diese gelten jedoch oftmals besondere Voraussetzungen und Entschädigungsgrenzen. Zum Beispiel kann nach dem Versicherungsvertrag die besondere Verwahrung von Wertsachen verlangt werden und die Entschädigungsgrenze auf einen Höchstbetrag gedeckelt werden. So wird regelmäßig für Sachen „aus Gold“ eine Höchstersatzsumme festgelegt, weshalb im Einzelfall zu prüfen ist, ob die beschädigte oder entwendete Sache im Sinne der Bedingung aus Gold besteht ( vgl. Unterfallen Uhren mit Goldgehäuse der Entschädigungsgrenze für Wertsachen? (LG Berlin)). Eine Sache ist regelmäßig dann „aus Gold“, wenn wesentliche Bestandteile aus Gold sind ohne dass ein überwiegender Materialanteil aus Gold bestand.

Versicherte Kosten

Neben der in der Sache selbst verbürgten Sachgefahr, können bei Verwirklichung des Versicherungsfalles auch weitere Kosten anfallen. Als solche können die Kosten für das Aufräumen der Reste von versicherten Sachen mitversichert sein. Dasselbe gilt für Schlossänderungskosten. Auch können Hotelkosten erstattungsfähig sein, sollte infolge des Versicherungsfalles ein vorrübergehendes Wohnen in dem versicherten Gebäude unzumutbar geworden sein. In diesen Fällen gilt es jedoch die Schadensminderungspflicht aus § 82 VVG zu beachten.

Zeitwertversicherung oder Neuwertversicherung

Die Entschädigung wird gem. A 14.1.1 VHB 2016 auf der Grundlage des Neuwerts berechnet. Das ist der Betrag, der aufzuwenden ist, um Sachen gleicher Art und Güte in neuwertigem Zustand wiederzubeschaffen. Diese Wertermittlung findet dann statt, wenn die Sache infolge eines Totalschadens komplett zerstört oder abhandengekommen ist. Nach A 17.1.2 VHB 2016 werden bei beschädigten Sachen die erforderlichen Reparaturkosten zum Zeitpunkt des Versicherungsfalles gezahlt. Es werden Restwert und im Vorfeld vorhandene Beschädigungen der Sache berücksichtigt.

Qualifizierte Unterstützung durch Jöhnke & Reichow

Die Rechtsanwälte & Fachanwälte der Kanzlei Jöhnke & Reichow übernehmen die Beratung & Betreuung von Versicherten in Fällen der Entstehung eines Schadensfalls im Rahmen einer Hausratversicherung. Beginnend mit der frühen Beratung bis hin zu einer rechtlichen Vertretung gegenüber der Hausratversicherung können Versicherte in allen Stadien Verfahrens auf die kompetente Unterstützung der Kanzlei vertrauen.

Aufgrund der verschiedenen Bausteine im Rahmen der Hausratversicherung und den zahlreichen Deckungserweiterungsmöglichkeiten ist der Leistungsfall stets ein Einzelfall. Daher ist es sinnvoll, hinsichtlich eines solchen Versicherungsfalles frühzeitig anwaltliche Expertise in Anspruch zu nehmen.

Zur Kontaktanfrage

Wegfall des Versicherungsschutzes

Ein eigentlich gegebener Versicherungsschutz in der Hausratversicherung kann jedoch auch wieder entfallen, z.B. durch vertragliche Ausschlüsse vom Versicherungsschutz oder aber auch wegen einer Obliegenheitsverletzung des Versicherungsnehmers. Auch kann der Versicherer seine Leistungspflicht wegen einer Unterversicherung kürzen oder aber sich durch eine Anfechtung oder Rücktritt insgesamt wieder vom Versicherungsvertrag im Nachhinein lösen.

Vertragliche Ausschlüsse vom Versicherungsschutz und Obliegenheiten in der Hausratversicherung

Die Versicherungsleistung steht dem Versicherungsnehmer nicht ohne jedweden Vorbehaltes zu. Häufig werden Klauseln in den Versicherungsvertrag aufgenommen, die dem Versicherungsnehmer gewisse Verhaltensvorschriften im Umgang mit den versicherten Sachen auferlegen. Aber auch generelle Verhaltenspflichten – sogenannte Obliegenheiten – können festgeschrieben werden. Infolge einer Verletzung von Obliegenheiten (Verhaltenspflichten) wird dem Versicherungsnehmer je nach Schwere des Verschuldens anteilig die Versicherungsleistung gekürzt.

So gelten beispielhaft im Umgang mit offenem Feuer durch Kerzen am adventlichen Tannenbaum besondere Verhaltensregeln. Das unbeaufsichtigte Brennen lassen von Kerzen kann beispielsweise eine grobfahrlässige Pflichtverletzung darstellen. Gleichwohl besteht auch in solchen Fällen Platz für eine Einzelfallbetrachtung, denn ein „Augenblickversagen“ spricht gegen einen Sorgfaltspflichtverstoß von gewisser Dauer (vgl. Hausratversicherung: Advent, Advent, der Tannenbaum brennt (LG Oldenburg)).

Demgegenüber ist als Beispiel für eine schwerliegende grob fahrlässige Sorgfaltsverletzung das Brennen lassen von Kerzen während des Schlafens anzuführen. So wird dann, wenn ein Zimmerbrand dadurch ausgelöst wird, dass eine neben dem Bett aufgestellte Kerze während des Schlafens umgestoßen wird, eine grobe Missachtung von jedermann einleuchtenden Sorgfaltsmaßstäben angenommen (AG Ludwigslust, Urteil v. 22.06.2006 – Az.: 3 C 345/05). Auch wirken sich die Gegebenheiten um die Feuerquelle herum auf die einzuhaltende Sorgfalt aus. Werden Kerzen in der Nähe von entflammbaren Gardinen oder auf einem Teppich aufgestellt, stellt dies eine Sorgfaltsverletzung dar (LG Koblenz, Urteil v. 20.06.2002 – Az.: 1 O 428/01).

In Folge von grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer berechtigt sein die Leistung bis auf Null kürzen. Dieses Recht des Versicherers könnte vor allem dann bestehen, wenn der Versicherungsnehmer arglistig täuscht. Häufig kommt es hierbei zu Problemen, wenn die Versicherer „spontane Informationsanzeigen“ des Versicherungsnehmers verlangen, um hierauf eine Leistungskürzung zu stützen (vgl. Hausratsversicherung: Arglistige Täuschung über die wirtschaftliche Lage durch den Versicherungsnehmer nach Brandschaden (OLG Braunschweig)). Das Verschweigen von offenbarungspflichtiger Tatsachen kann zu einer vollständigen Leistungskürzung berechtigen. Grundsätzlich gilt allerdings, dass der Versicherer nach diesen Umständen gefragt haben muss. Unaufgeforderte Anzeigeverpflichtungen bestehen nur in krassen Ausnahmefällen (vgl. Hausratversicherung: Besteht eine sogenannte „spontane Anzeigeobliegenheit“ für Versicherte im Versicherungsfall? (BGH)).

Daneben besteht bei einem vereinbarten Risikoausschluss im Vorfeld kein Versicherungsschutz für ein bestimmtes bezeichnetes Risiko.

 

Unterversicherung und Unterversicherungsverzicht

Die Unterversicherung bezeichnet den Fall, dass die Versicherungssumme den Versicherungswert unterschreitet. Dies würde den Versicherer zur Leistungskürzung berechtigen. In der Hausratversicherung wird häufig jedoch auf die Unterversicherungskürzung verzichtet, wenn ein bestimmter Wert je Quadratmeter abgesichert ist.

Anfechtung, Rücktritt & Kündigung

Der Versicherer kann sich durch Ausübung von Gestaltungsrechten – Anfechtung, Rücktritt und Kündigung – vom Versicherungsvertrag lösen. Dafür bedarf es allerdings stets eines gewichtigen Grundes. Hierbei lassen sich die Sorgfaltspflichtverletzungen des Versicherungsnehmers anführen, insbesondere vorvertragliche Anzeigepflichtverletzungen gem. § 19 VVG.

Bleiben Sie informiert – unser Newsletter!

Verpassen Sie auch zukünftig keinen Beitrag unserer Kanzlei. Über unseren 2mal monatlich erscheinenden Newsletter erhalten Sie stets die aktuellen Beiträge unserer Kanzlei zu den Themen Versicherungsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Vertriebsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht und Wettbewerbsrecht. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung.