BWF-Stiftung: Erste Anlegerklagen erfolgreich

Nach Veröffentlichung einzelner Anlegerschutzanwälte haben diese zwischenzeitlich erste Urteile gegen BWF-Vermittler erstritten, welche den Vermittler zum Schadensersatz verurteilen. In dem konkreten Fall hatte der Anlagevermittler nach der Einschätzung des Landgerichts Nürnberg-Fürth die Anlegerin nicht auf die Erlaubnispflichtigkeit des Investments und auch nicht auf die Unschlüssigkeit des Anlagekonzepts hingewiesen.

Damit stellte das Gericht nicht auf die konkrete Aufklärung über einzelne Risiken des Anlageproduktes ab (z.B. Totalverlustrisiko), sondern auf die Konzeption der BWF-Anlage. Zwar ist dieses Urteil offenbar noch nicht rechtskräftig, sollte sich diese Rechtssprechung jedoch durchsetzen, so dürfte dies weitreichende Konsequenzen für die Vermittlerschaft haben. Schlussendlich kann nämlich diese Argumentation ohne weiteres auf sämtliche anderen Verfahren übertragen werden. BWF-Vermittler müssten dann befürchten, dass jeder von ihnen beratende Anleger ihnen gegenüber Schadensersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung geltend macht.
Der Hamburger Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Jens Reichow der Kanzlei Jöhnke & Reichow wird die Entwicklungen der Rechtssprechung aufmerksam für die Vermittlerschaft verfolgen. Betroffenen Vermittlern kann nur geraten werden, sich möglichst frühzeitig an einen im Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt zu wenden, um Schadensersatzansprüche einzelner Anleger abzuwehren.

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