Pflichtteil trotz Testament?

Viele Personen fragen sich, ob einem Hinterbliebenen nach dem Tod eines nahen Angehörigen (z.B. eines Elternteils) auch dann Pflichtteilsansprüche oder Pflichtteilsergänzungsansprüche zustehen können, wenn der Verstorbene (auch „Erblasser“ genannt) ein Testament errichtet hat und andere Personen zu seinen Erben eingesetzt hat.

Kein Ausschluss des Pflichtteils durch Testament

Ein Testament schließt den Pflichtteil des hinterbliebenen Pflichtteilsberechtigten grundsätzlich nicht aus, so der Hamburger Rechtsanwalt Jens Reichow. Vielmehr ist das Vorliegen eines Testamentes sogar meist Voraussetzung, damit es überhaupt zu Pflichtteilsansprüchen und nicht sogar zu originären Erbansprüchen aufgrund gesetzlichen Erbrechts kommt. § 2303 BGB bestimmt eben, dass einen Pflichtteil eben nur derjenige erhält, der durch letztwillige Verfügung von der Erbfolge ausgeschlossen ist. Zu den letztwilligen Verfügungen zählen insbesondere Testamente.

Der Pflichtteil selbst kann im Testament nur unter ganz besonderen Voraussetzungen nach § 2333 BGB entzogen werden. Hierbei handelt es sich jedoch um echte Ausnahmefälle.

Prüfung durch Rechtsanwalt

Soweit Sie als Pflichtteilsberechtigter also durch ein Testament von der Erbfolge ausgeschlossen wurden – hierfür reicht es z.B. aus, wenn jemand anderes als Erbe eingesetzt ist – empfiehlt sich daher stets der Gang zum Anwalt. Es sollte geprüft, ob und in welcher Höhe Pflichtteilsansprüche in Betracht kommen und wie diese effektiv geltend gemacht werden können.

Sollten Sie Unterstützung von einem im Erbrecht spezialisten Rechtsanwalt benötigen, so stehen wir Ihnen als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Im Rahmen eines telefonischen Erstgesprächs informieren wir Sie über die Kosten und Risiken eines möglichen Verfahrens.

 

Rechtsanwalt Jens Reichow (Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht)

Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte in Partnerschaft mbB