Mutterschutz: Ihre Rechte als Arbeitnehmerin 2017

Im Jahr 2017 wurden die Gesetze zum Mutterschutz umfassend reformiert. Einige Änderungen sind bereits in diesem Jahr in Kraft getreten, die weiteren Änderungen treten zu Beginn des nächsten Jahres in Kraft.

Die Chancen der Frauen auf dem Arbeitsmarkt sollen durch die Gesetzesänderung 2017 verbessert werden und ihre Rechte gestärkt werden. Es soll ihnen ermöglicht werden, ihren Beruf auch während der Schwangerschaft und während der anschließenden Stillzeit so ausüben zu können, dass weder ihre Gesundheit, noch die ihres Kindes, gefährdet wird.

Berücksichtigt werden sollen nunmehr nicht mehr nur Frauen, welche sich in einem Arbeitsverhältnis befinden oder in Heimarbeit tätig sind, sondern auch Auszubildende, unter bestimmten Voraussetzungen auch Schülerinnen und Studentinnen, Entwicklungshelferinnen und weitere Personengruppen.

Mutterschutz: Die Rechte von Arbeitnehmerinnen

Als (werdende) Mutter untersteht die Frau einem besonderen arbeitsrechtlichen Schutz. In den letzten sechs Wochen vor der Entbindung darf die werdende Mutter nicht beschäftigt werden. Eine Ausnahme kann hiervon nur dann gemacht werden, sofern die Frau eine Beschäftigung während dieser Zeit ausdrücklich wünscht. Die gleiche Schutzfrist besteht für den Zeitraum der acht Wochen nach der Entbindung. Diese kann sich entsprechend verlängern, beispielsweise bei Mehrlings- oder Frühgeburten. Eine Verlängerung dieser Schutzfrist auf bis zu zwölf Wochen ist seit diesem Jahr auch dann möglich, sofern die Mutter ein behindertes Kind entbindet.

Hinzukommen können besondere Beschäftigungsverbote, zum Beispiel hinsichtlich einer Mehr- oder Nachtarbeit oder aufgrund einer ärztlichen Anordnung.

Der Arbeitgeber muss den Arbeitsplatz der werdenden oder stillenden Mutter so sicher gestalten, dass die Gesundheit von Mutter und Kind nicht gefährdet wird.

Auch ein besonderer Kündigungsschutz besteht während sich die Arbeitnehmerin im Mutterschutz befindet (§ 9 MuSchG). Während der gesamten Schwangerschaft bis einschließlich vier Monate nach der Entbindung des Kindes ist eine Kündigung der Mutter durch den Arbeitgeber grundsätzlich unzulässig. Hiervon kann nur unter ganz besonderen Umständen abgewichen werden.

Ferner gilt seit diesem Jahr ein besonderer Kündigungsschutz, sofern die Frau eine Fehlgeburt erlitten hat. Dies steht jedoch unter der Bedingung, dass die Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche geschah.

Jöhnke & Reichow unterstützt bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten

Sollten auch Sie erfahren, dass eine Ihrer Mitarbeiterinnen schwanger ist, so ist es ratsam, sich bereits frühzeitigen mit den arbeitsrechtlichen Konsequenzen vertraut zu machen. Hierbei hilft Ihnen die Kanzlei Jöhnke & Reichow aus Hamburg gern!

Sofern Sie hingegen seitens Ihres Arbeitgebers eine Kündigung während Sie sich im Mutterschutz befinden erhalten haben, so sollten auch Sie sich schnellstmöglich rechtlichen Beistand suchen. Auch in solchen Fällen steht Ihnen die Hamburger Kanzlei Jöhnke & Reichow gern anwaltlich zur Seite – außergerichtlich und natürlich auch bei gerichtlichen Verfahren.

 

RAin Maike Ludewig

Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte in Partnerschaft mbB